Der Jakobsweg


Ich schnitt es gern in alle Rinden ein
von Wilhelm Mueller, vertont von Franz Schubert

Ich schnitt es gern in alle Rinden ein,
Ich grueb' es gern in jeden Kieselstein,
Ich moecht' es sae'n auf jedes frische Beet
Mit Kressensamen, der es schnell verraet,
Auf jeden weissen Zettel moecht' ich schreiben:
Dein ist mein Herz. Dein ist mein Herz
Und soll es ewig, ewig bleiben.

Ich moecht' mir ziehen einen jungen Star,
Bis dass er spraech' die Worte rein und klar,
Bis er sie spraech' mit meines Mundes Klang,
Mit meines Herzens vollem, heissem Drang,
Dann saeng' er hell durch ihre Fensterscheiben:
Dein ist mein Herz. Dein ist mein Herz
Und soll es ewig, ewig bleiben.

Den Morgenwinden moecht' ich's hauchen ein,
Ich moecht' es saeuseln durch den regen Hain;
O leuchtet' es aus jedem Blumenstern,
Trueg' es der Duft zu ihr von nah und fern,
Ihr Wogen, koennt' ihr nichts als Raeder treiben?
Dein ist mein Herz. Dein ist mein Herz
Und soll es ewig, ewig bleiben.

Ich meint', es muesst's in meinen Augen steh'n,
Auf meinen Wangen muesst' man's brennen seh'n,
Zu lesen waer's auf meinem stummen Mund,
Ein jeder Atemzug gaeb's laut ihr kund,
Und sie merkt nichts von all' dem bangen Treiben:
Dein ist mein Herz. Dein ist mein Herz
Und soll es ewig, ewig bleiben.
 


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